Einzigartig. Dynamisch. Präzise. Sicher.
FPV steht für "First Person View" und beschreibt eine besondere Art, Drohnen zu fliegen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drohnen, bei denen der Pilot die Drohne aus einer externen Perspektive steuert, bietet FPV das Erlebnis, die Drohne mit einer VR‒Brille aus der Ich-Perspektive zu fliegen – so, als sässest du selbst im Cockpit. Über eine Kamera, die vorne an der Drohne angebracht ist, wird ein Livebild direkt an eine Videobrille übertragen.
FPV-Drohnen sind bekannt für ihre hohe Präzision und Schnelligkeit. Sie werden häufig für anspruchsvolle Flugmanöver und Filmaufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven verwendet. Durch die direkte Steuerung und das dynamsiche Flugerlebnis sind sie die erste Wahl für Piloten, die maximale Kontrolle und Freiheit erleben möchten.
Der Einstieg in die FPV-Welt
Der Weg zum FPV-Piloten ist herausfordernd. Die Lernkurve ist steil und mit vielen Rückschlägen geprägt.
Nebst der anspruchsvollen Steuerung der Drohnen muss man sich auch rechtlich und technisch mit den Drohnen auseinandersetzen. Doch die Belohnung für den Einsatz ist die Freiheit, die man im Himmel findet.
01
Die Grundlagen des Fliegens lernen
Bevor man die Lüfte erobern kann, muss man die Grundlagen des Fliegens sicher beherrschen. Der beste Weg, um zu beginnen, ist mit einem Controller – sei es eine Spielkonsole oder eine FPV-Fernsteuerung – in einem Flugsimulator wie Liftoff oder Velocidrone.
So findet man heraus, ob einem das Drohnenfliegen Spass macht, und sammelt gleichzeitig wertvolle Übungsstunden, ohne das Risiko eines Absturzes einzugehen.
02
Die richtige Ausrüstung wählen
Bevor man abhebt, muss man sich für das richtige Setup entscheiden. Von der Drohne über die Fernsteuerung bis hin zur Videobrille – die richtige Ausrüstung ist der Grundstein für den Erfolg.
Es gibt unterschiedliche Drohnenmodelle, die unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Mehr dazu im nächsten Kapitel.
03
Legal Fliegen
Sobald das Setup zusammengestellt ist, kann man nicht gleich losfliegen! Zuerst muss man sich beim BAZL als Drohnenpilot registrieren und eine Online-Prüfung ablegen. Nach der bestandenen Prüfung muss man die Drohne mit der persönlichen UAS‒Betreibernummer gut erkenntlich beschriften
04
Flugvorbereitungen treffen
Bei der Vorbereitung und Absolvierung der BAZL-Prüfung lernt man wichtige Regeln und Gesetze zum Einsatz von Drohnen. Entsprechend informiert man sich vor jedem Flug, ob man im geplanten Gebiet überhaupt fliegen darf und welche speziellen Anforderungen (maximale Höhe, Privatsphäre, Menschenansammlungen usw.) gelten.
05
Das erste Mal abheben
Bevor man das erste Mal mit der FPV-Drohne in die Luft geht, muss man genug Flugstunden im Simulator absolviert haben. Genauso muss man die eigene Technik – von der Drohne selbst bis zur Fernsteuerung – genau kennen und sicherstellen, dass sie einwandfrei funktioniert. Dazu kommt, sich mit den geltenden Drohnengesetzen und Vorschriften vertraut zu machen, um legal und sicher zu fliegen.
Für den ersten realen Flug empfiehlt sich ein grosses, offenes Feld, weit entfernt von unbeteiligten Personen und Hindernissen. So bleibt genügend Platz, um sich ganz auf Drohne und Flugfähigkeiten zu konzentrieren. Zeit lassen, nichts überstürzen – das Gelernte aus dem Simulator in die Praxis umsetzen und sich daran gewöhnen, die Drohne in der realen Welt zu steuern.
06
Übung macht den Meister
Je mehr man übt, desto besser wird man!
Es braucht Zeit und Geduld, um in verschiedenen Situationen sicher und präzise zu fliegen. Man muss seine Drohne, seine Fähigkeiten und seine Grenzen kennen, um auf alles vorbereitet zu sein. Die FPV-Drohne ist ein starkes Werkzeug, um besondere Videoaufnahmen zu produzieren – das jedoch nur in den Händen eines geübten und verantwortungsvollen Piloten.
Was für FPV-Drohnen gibt es?
FPV-Drohnen sind vielseitig und für verschiedene Einsatzgebiete konzipiert. Je nach Anwendungsbereich gibt es unterschiedliche Modelle, die auf bestimmte Anforderungen und Flugmanöver zugeschnitten sind.
Ob für enge Innenräume, präzise Filmaufnahmen oder rasante Outdoor-Flüge, es gibt für jede Situation die passende Drohne: Tinywhoop, Cinewoop, 5‒inch und 7‒inch.
Tinywhoop (<249g)
Die ultra leichte Tinywhoop Drohne ist mit einer 5.3k Naked GoPro ausgestattet. Dank ihres geringen Gewichts und der kompakten Bauweise kann sie in vielen Gebieten problemlos eingesetzt werden und eignet sich besonders für Indoor Aufnahmen oder Flüge um Personen herum. Ihre Agilität und Sicherheit machen sie ideal für enge Räume und Flüge durch kleine Lücken.
Cinewhoop
Die Cinewhoop FPV‒Drohne wiegt unter 500 Gramm und ist vielseitig einsetzbar für längere Flüge sowie schnelle Aufnahmen. Sie bietet die perfekte Balance zwischen Agilität und Stabilität, wodurch sowohl Innen- als auch Aussenaufnahmen möglich sind. Dank den Propeller Schützen kann die Drohne auch um Personen und Objekte geflogen werden.
5-inch
Die 5‒Zoll FPV‒Drohne ist speziell für schnelle, dynamische und actionreiche Aussenaufnahmen entwickelt. Trotz ihrer enormen Geschwindigkeit (bis zu 180km/h) bleibt die Drohne extrem stabil und lässt sich präzise steuern, was sie ideal für anspruchsvolle Manöver und aufregende Verfolgungsflüge macht.
7-inch
Die 7‒Zoll longrange FPV‒Drohne ist für weite Distanzen und lange Flugzeiten ausgelegt. Mit den selbstgebauten Li‒Ion Akkus erreicht sie eine Flugzeit von bis zu 40 Minuten, was es ermöglicht, grosse Gebiete mühelos zu erkunden und aufzunehmen. Optimal geeignet für Landschaftsaufnahmen und weite Distanzen.
FPV Setup
Bevor du das erste Mal abhebst, brauchst du die richtige Ausrüstung. Ein gut zusammengestelltes Setup sorgt für Sicherheit, Kontrolle und Spass. Hier sind die sechs wichtigsten Must-haves für deinen ersten FPV-Flug.
FPV-Drohne
Die zentrale Komponente deines Setups. Entscheide dich für eine Drohne, die zu deinem Flugstil passt – zum Beispiel eine 5-inch für schnelle und dynamische Aussenaufnahmen oder eine Cinewhoop für stabile Indoor Filmaufnahmen.
FPV-Videobrille
Die Videobrille überträgt das Live-Bild der Kamera an Bord deiner Drohne. Ein gutes Modell bietet eine klare Sicht und niedrige Latenz, damit du präzise steuern kannst. Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen einer digitalen oder analogen Videoübertragung.
Fernsteuerung (Funke)
Eine hochwertige Fernsteuerung sorgt für präzise Eingaben und eine gute Reichweite. Sie sollte gut in der Hand liegen und viele Einstellungsmöglichkeiten bieten. Achte darauf, dass das Übertragungsprotokoll (z.B. TBS Crossfire) dasselbe ist wie auf deiner FPV Drohne.
Akkus (LiPo)
Mehrere Akkus sind unverzichtbar, um lange fliegen zu können. Achte darauf, dass die Akkus zur Drohnengrösse passen und genügend Flugzeit bieten. Die meisten Drohnen werden mit 4S oder 6S (S = Zellen) betrieben. Damit die Akkus aufgeladen oder auf Lagerspannung entladet werden können brauchst du auch noch ein Ladegerät. Mehr dazu im Kapitel "Akkus".
Action-Kamera
Für hochwertige Aufnahmen während des Fluges ist eine Action-Kamera, wie eine GoPro, DJI oder Insta360, ideal. Sie wird direkt an der Drohne befestigt und liefert Videos aus ungewöhnlichen Perspektiven. Um das Beste aus deinen cinematischen Aufnahmen heraus zu holen musst du die Kameraeinstellung beherrschen.
Werkzeug und Ersatzteile
Für den Fall von Abstürzen solltest du immer Werkzeug und gängige Ersatzteile wie Schrauben, Propeller oder Frame Teile (Karbonelemente des Drohnen Grundgerüstes) dabei haben, um deine Drohne schnell wieder flugbereit zu machen.
Alle FPV-Begriffe an einem Ort
Von Tinywhoop über SORA bis Color Grading: Das FPV‒Glossar erklärt jeden Fachbegriff dieser Seite, kurz und nachschlagbar.
FPV Drohnen vs herkömmlichen Drohnen
Während herkömmliche Drohnen für stabile Luftaufnahmen bekannt sind und länger in der Luft bleiben, bieten FPV-Drohnen eine völlig andere Art des Flugerlebnisses. In diesem Vergleich erfährst du, was beide Systeme unvergleichlich macht und welche Drohne besser zu deinen Anforderungen passt.
Für Dynamik und Action
FPV-Drohnen
FPV-Drohnen sind für all jene ideal, die ein intensives Flugerlebnis suchen. Mit einer FPV-Videobrille siehst du die Welt aus der Perspektive der Drohne – ein Gefühl, als würdest du selbst durch die Luft fliegen. Sie sind wendig, schnell und ermöglichen Manöver, die mit herkömmlichen Drohnen kaum machbar sind. Ob Freestyle, Rennen oder spektakuläre Flugaufnahmen – FPV-Drohnen setzen auf Geschwindigkeit und Agilität.
Für stabile Luftaufnahmen und einfache Bedienung
Herkömmliche Drohnen
Herkömmliche Drohnen, wie zum Beispiel eine DJI Mavic, legen den Fokus auf stabile, hochauflösende Aufnahmen. Mit automatischen Flugmodi und Hindernisvermeidung sind sie einfach zu fliegen und perfekt für Fotografen und Filmemacher geeignet. Sie bieten eine lange Flugzeit und eine benutzerfreundliche Bedienung, die auch Einsteiger begeistert. In den richtigen Händen können auch mit diesen Drohnen dynamische Bewegungen eingefangen werden.
Nicht nur schnell – die optimale Geschwindigkeit für jede Aufnahme
Mit FPV-Drohnen kannst du verschiedene Geschwindigkeiten fliegen, von langsamen, präzisen Bewegungen bis hin zu rasanten Manövern. Diese Flexibilität ermöglicht es, jede Szene perfekt einzufangen – ob dynamisch und schnell oder ruhig und detailreich.
Drohnenvideos über Publikum? Unser kompletter Leitfaden für Projektleiter und Veranstalter.
Drohnenflüge über dem Publikum sind in der Schweiz grundsätzlich verboten. Informiere dich, was es braucht, um in der Schweiz FPV-Aufnahmen bei Events, Konzerten, Festivals und Sportveranstaltungen realisieren zu können.
Fragen und Antworten
Was ist der Unterschied zwischen einer FPV-Drohne und einer normalen Drohne?
Ist FPV-Fliegen in der Schweiz erlaubt – und wann braucht es eine Bewilligung?
Darf man in der Schweiz mit einer Drohne über Menschen filmen?
Muss eine FPV-Drohne in der Schweiz registriert und versichert sein?
Wofür werden FPV-Drohnen professionell eingesetzt?
Wie schwierig ist FPV-Fliegen?